Hessen
 |
| Hessen |
Land
In der Mitte von Deutschland gelegen, grenzt Hessen an die Länder Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Die Hauptstadt ist Wiesbaden.
Geschichte
Im historischen Raum um die Flüsse Fulda und Eder und zwischen den Oberläufen der Flüsse Lahn und Werra siedelte der germanische Stamm der Chatten. Bis zum Ende des 1. Jahrhunderts wurde das spätere Südhessen römisch, während der Norden im Einflussbereich der Chatten blieb. Durch das spätere Hessen verlief der Obergermanische Limes, von dem vor allem im Taunus (Saalburg) noch zahlreiche Reste zu sehen sind. Im 6. Jahrhundert geriet Hessen unter fränkischen Einfluss. Ab dem 8. Jahrhundert entwickelte sich die Via Regia, die das fränkische Stammesherzogtum um Mainz mit der Königspfalz Frankfurt, der Abtei Fulda und dem Handels- und Missionsstützpunkt Erfurt verband. Nach dem Zerfall des Fränkischen Reiches rangen mehrere Grafengeschlechter um die Vormacht im hessischen Raum. Als 1122 durch Erbgang die Güter der Gisonen - der mächtigsten Dynastie - an den Ludowinger Landgrafen Ludwig III. von Thüringen kamen, zeichnete sich erstmals die Zusammenfassung des zersplitterten Gebiets ab. Das Haus Brabant konnte sein Territorium in jahrhundertelangen Kämpfen auf Kosten des Erzstifts Mainz weiter ausbauen. Unter Philipp dem Großmütigen hatte Hessen maßgeblich Einfluss auf die gesamte deutsche Geschichte. Im Dreißigjährigen Krieg kämpfte Hessen aufseiten Schwedens. 1806 wurde Hessen von den Franzosen besetzt und 1807 dem Königreich Westfalen einverleibt. Im Deutschen Krieg von 1866 stellte sich Hessen auf österreichische Seite, worauf Preußen das Land besetzte und sich einverleibte. 1870 trat Hessen zum zweiten Deutschen Reich bei. 1945 wurde der amerikanisch besetzte Teil mit der preußischen Provinz Hessen-Nassau zum neuen Land Hessen vereinigt.
Bevölkerung
Das Siedlungsgebiet der auf die westgermanischen Chatten zurückgehenden Hessen erstreckte sich ursprünglich um Fulda, Eder und Lahn, später zum Rhein und Main erweitert. Die bodenständigen Hessen gehören sprachlich zu den Rheinfranken.
Landesnatur
Der größte Teil Hessens liegt in der Mitteldeutschen Gebirgsschwelle. Der Süden ragt in den Ober-rheingraben. Schiefergebirge (Taunus, Westerwald); Odenwald in Südhessen. Die waldreiche hessische Buntsandsteintafel nimmt rund die Hälfte des Landes ein (Spessart, Hessisches Bergland, Rhön). Höchste Erhebungen Hessens sind die Wasserkuppe (950 m) und der Vogelsberg. An Verwerfungs- und Bruchspalten treten viele Heilquellen zutage. Main und Lahn entwässern zum Rhein, die Fulda zur Weser. Infolge der differenzierten Reliefgliederung ist auch das Klima sehr unterschiedlich: die Bergstraße und das fruchtbare Maintal zählen zu den wärmsten Gebieten Deutschlands; die Höhen von Westerwald, Taunus, Vogelsberg und Rhön sind rau und regenreich.
Wirtschaft
Grünlandwirtschaft und Viehzucht im Norden, Eisenerze an Lahn und Dill, Braunkohle im Westerwald und am Meißner, Kalisalze im Werratal, Bauxit am Vogelsberg. Neben der auf den einheimischen Rohstoffen basierenden Industrie ist das Rhein-Main-Gebiet in Südhessen eines der wichtigsten deutschen Industriezentren. Frankfurt am Main ist das wichtigste Handels- und Bankenzentrum Deutschlands.
Fremdenverkehr
Schloss Wilhelmshöhe, Mühlen im Schwalmtal, zahlreiche Heilbäder (Wiesbaden, Bad Homburg, Bad Soden, Bad Nauheim, Bad Wildungen), viele schöne Badeseen, der Eder-Stausee, Frankfurt am Main mit den weltbekannten Sehenswürdigkeiten (z. B. das Goethehaus, der Römer, die Paulskirche, das Museumsufer, das Sachsenhäuser Vergnügungsviertel), die Burg Runkel an der Lahn, der Vogelsberg, der Taunus, die Rhön, der Spessart, die Bergstraße und ihre romantischen Städtchen.
Sport
Highlight des hessischen Sports ist die Eintracht Frankfurt.
|
Weitere Infos:zu verschiedenen anderen Themen im Web finden Sie hier:
|